
Drei Beispiele aus der Praxis
Es gibt einen steigenden Bedarf an Beratung und Begleitung vor, während und nach Pränataldiagnostik. Von 2005 bis 2007 kamen 800 Frauen speziell im Zusammenhang mit vorgeburtlichen Untersuchungen in die bayerischen DONUM VITAE-Beratungsstellen. Diese Situation entstand durch die in den letzten 10 Jahren erheblich weiterentwickelten vorgeburtlichen Untersuchungsmethoden. Dadurch wurden werdende Eltern mit neuen Fragen, Problemen und Entscheidungsmöglichkeiten konfrontiert.
Drei Originalstatements zeigen Ihnen wie unterschiedlich die in der Beratung auftauchenden Themen sind:
„Ich bin gerade 35 Jahre alt. In meinem Alter werden besondere Untersuchungen in der Schwangerenvorsorge angeboten. Ich möchte mich jetzt am Anfang der Schwangerschaft ganz bewusst entscheiden, welche Untersuchungen ich in Anspruch nehmen möchte“ (Klientin 14. Schwangerschaftswoche).
„Wir beide sind froh, vor der Geburt zu wissen, dass eines unserer Mädels ein Down Syndrom hat. Es war sehr schwer für mich, erleben zu müssen, dass ich tatsächlich die Überlegungen eines selektiven Fetozides zulassen musste, um zu meiner Entscheidung, meine Kinder während der Schwangerschaft zu tragen und mit Zuversicht ins Leben zu gebären, stehen zu können“ (Klientin nach Geburt von Drillingen).
„Bei der Mitteilung, dass unser ungeborenes Kind schwer körperlich und geistig behindert sein wird, hat es mir von einer Sekunde zur anderen den Boden unter den Füßen weggezogen. Bis heute habe ich die Bodenhaftung noch nicht wieder gefunden. Wir haben uns die Entscheidung für die eingeleitete Geburt in der 22. Schwangerschaftswoche, Sie wissen das, wirklich nicht leicht gemacht. Noch immer fragen wir uns: Haben wir die richtige Entscheidung getroffen? Wir trauern um unser Kind, aber fast schon heimlich. In unserem ländlichen Umfeld erleben wir viel Unverständnis. In der schweren Zeit vor der Geburt hörten wir: Ein so schwer behindertes Kind müsst ihr doch nicht kriegen – in der nicht weniger schweren Zeit nach dem Abbruch der Schwangerschaft begegnet uns nun die Frage: Ihr habt euch doch gegen das Kind entschieden, warum seid ihr denn jetzt traurig?“ (Paar aus der PND-Beratung).



