
Projektfortbildungen
Zur Qualifizierung von Schwerpunktberaterinnen entstand ein Fortbildungskonzept mit wichtigen Fachthemen. Dieses Konzept wurde mit allen Projektmitarbeiterinnen erprobt. Ziel war neben der Qualifizierung auch die Weiterentwicklung interprofessionell ausgerichteter Fortbildungen und Fachtage.
Trauma und Trauer nach pränataler Diagnose
(04.– 06. 03.2009)
Eine Herausforderung für Medizin, Schwangerenberatung und Seelsorge
Interprofessionelle Tagung
Frauen oder Paare, die aufgrund einer pränatalen Diagnose vor der Entscheidung stehen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen, befinden sich in einer zwiespältigen Situation. Sie erleben sich selbst als unfähig ein Leben mit ihrem ungeborenen Kind zu bewältigen, und trotzdem fehlt oftmals nach einem Abbruch vor allem der Frau gerade dieses Kind. Die Zweifel über die Entscheidung können sehr lange das Leben der Frau, des Paares beeinflussen.
In der Beratung und Begleitung sind Ärzte, Hebammen, Beraterinnen der Schwangerenberatungsstellen sowie Klinikseelsorgerinnen besonders gefordert. Diese Fortbildung gibt die Möglichkeit in einen intensiven fachlichen Austausch einzusteigen. Die Bereitschaft über ein Thema zu sprechen, das im emotionalen Tabubereich liegt, ist wichtig für das Gelingen dieser Fortbildung.
Mittwoch 04.03.2009
Pränatale Diagnose - ein Trauma? Einzelarbeit - Paargespräch - Rollenspiel
Normaler Trauerprozess, Phasen - Aufgaben
Komplizierter Trauerprozess, Verlauf - Risikofaktoren - Interventionen - Techniken
Trauma Rollenspiel, Symptome - Risikofaktoren - Stabilisierung - Therapie
Donnerstag 05.03.2009
Einfluss von Stress auf die Schwangerschaft, Stress mildern, Trigger für spätere Schwangerschaften, Übungen
Geburtssituation, Unterstützende Körperübungen - Bindung fördernd
Heilsame Wege für einen Abschied, Haltungen der Medizin, der Gesellschaft Rechtliche und ethische Betrachtungen
Abschied in Verantwortung - was heißt das? Berichte Betroffener, Geschichten Aphorismen, Märchen
Schuldgefühle - Verdrängung - Akzeptanz -
Freitag 06.03.2009
Trauerbegleitung nach Spätabbruch
Lösungsmöglichkeiten, Einbindung der Familie, Auflösen von Versagensgefühlen, einen sichtbaren Ort schaffen, die geistige Dimension, Abschiedsgestaltung
Heilsame Rituale
Fachreferentinnen:
Dr. med. Christine Rost, Gynäkologin, Zentrum für Psychotraumatologie, Frankfurt
Claudia Cardinal, Sterbeamme, Buchautorin, Hamburg
Wohin mit meiner Trauer – Wohin mit meiner Schuld? 19.11.2008
Interprofessioneller Fachtag
Fragen in der Beratung von Müttern und Vätern, die ein schwerkrankes oder behindertes Baby erwarten oder vor kurzem geboren haben.
Was habe ich denn falsch gemacht, wir haben uns alles so schön vorgestellt und jetzt…? Unser Kind soll auf keinen Fall leiden, das wollen wir ihm doch ersparen, …ich sehe andere Kinder und weiß mein Kind wird nie so sein….
Diese Gedanken und Überlegungen formulieren werdende Mütter und Väter in der psychosozialen Beratung, wenn sie wissen, dass ihr ungeborenes Kind eine schwere Krankheit hat oder mit einer Behinderung zur Welt kommen wird.
Auch nach Geburt sind ethische Fragen, die Auseinandersetzung mit der erlebten Trauer, der Abschied von der Vorstellung eines gesunden Kindes und die Überlegungen, Schuld an der Krankheit oder Behinderung des Kindes zu haben, meist nicht bewältigt.
Welchen Sinn hat die Auseinandersetzung mit den beiden großen Themen Schuld und Trauer? Wie beeinträchtigen diese Fragestellungen und die erlebten Emotionen das Familienleben mit einem Kind mit Behinderung oder Handicap? Wie können wir Mütter und Väter auf dem Weg der Annahme ihres Alltages begleiten?
Gerade bei diesen Themen sind Beraterinnen und Berater persönlich besonders gefordert. Deshalb hat an diesem Tag auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken Platz und soll zu einem individuellen Umgang mit den Themen verhelfen.
Theologisch, ethischer Vormittag:
Vortrag, persönliche Auseinandersetzung mit den Themen Schuld, Leid, Verlust und Trauer
Plenumsgespräch
Traumatherapeutischer Praxisnachmittag:
Die Praxis im Kinderhospiz Grönenbach, Emotionen in der Beratung, Selbstreflexion der Beraterin, Trauerbegleitung – „wenn das Kind behindert ist“.
Fachreferentinnen:
Brigitte Huber Theologin, BEB München
Pränatale Diagnose – ein Kind mit Behinderung
Beratung und Begleitung (15.-17. 10. 2007)
Interdisziplinäre Fortbildung
Die medizinischen Kenntnisse über die vorgeburtliche Zeit eines Babys werden immer differenzierter. Auch die psychologische Bedeutung dieser Zeit für das weitere Leben rückt zunehmend ins Blickfeld der Forschung. Werdende Eltern lernen ihre ungeborenen Babys immer früher kennen. Sie haben eine Vorstellung vom neuen Familienmitglied und nehmen auf vielfältige Weise Bindung mit dem Ungeborenen auf. Medizinische Möglichkeiten bieten die Chance früh zu erkennen, mit welchen Behinderungen und Besonderheiten ein Baby geboren wird.
Die frühe Beschäftigung mit einer Diagnose – nicht nur unter medizinischem Blickwinkel – kann der Mutter, dem Vater schon während der Schwangerschaft helfen, mit dem Kind in positiver Verbindung zu bleiben. Hierbei können die staatlich anerkannten Schwangerenberatungsstellen und die interdisziplinären Frühförderstellen unterstützen. Die Fortbildung greift fachlich das Thema Bindung auf und fördert die Kooperation der angesprochenen Institutionen.
Montag 15.10.2007 - Kennen lernen: Fachgespräch „Die Pränatale Diagnose in meiner Arbeit“, anschließend: Vortrag, Diskussion „Das Leben mit Trisomie 21 – Sie heißt Juliana“
Dienstag 16.10.2007 - Pränatale Psychologie: Fachreferat und Workshop „Die Seele fühlt von Anfang an“. Fachreferat und Workshop „Beziehungs- und Bindungsberatung in der Frühförderung“; Kleingruppenarbeit zur Schwangerenberatung und Frühförderung und den Formen der Zusammenarbeit
Mittwoch 17.10.2007
Vortrag und Diskussion: „Eine Risikoentbindung: die seelsorgerliche Begleitung in der Klinik.“
Vortrag Fragerunde: „Finanzielle, rechtliche Hilfen wenn das Kind behindert ist.“
Fachreferentinnen:
Conny Wenk, Fotografin, Mutter von Juliana, Buchautorin, Stuttgart
Bettina Alberti, Psychotherapeutin, Körpertherapeutin, Buchautorin, Lübeck
Martina Wolf, Ergotherapeutin, Frühförderung Bayern, München
Claudia Sommerauer, Pfarrerin und Psychotherapeutin, Ökumenisches Seelsorgezentrum Großhadern
Ilse Polifka, Juristin, Pfennigparade, München
Sexualpädagogik in der Arbeit mit behinderten Menschen (27.-30.11.2006)
Interdisziplinäre Fortbildung
Das Projekt „Unter anderen Umständen schwanger“ hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Menschen mit Behinderung in die Arbeit der Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen einzubeziehen. Die Sexualpädagogik und die Beratung bei Fragen zur Sexualität sind Aufgabenbereiche der staatlich anerkannten Beratungsstellen. Sowohl in Gesprächen als auch bei Anfragen von Grundschulen bis zu berufsbildenden Schulen und Einrichtungen der Behindertenarbeit zeigt sich, dass das Thema Sexualität im Zusammenhang mit Behinderung schnell zum Gesprächsinhalt wird. Der Fachtag bot Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DONUM VITAE-Beratungsstellen, der Lebenshilfe und des Landesverbandes Bayern für Körper- und Mehrfachbehinderte die Möglichkeit, sich auszutauschen, die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen und Methoden für die praktische Arbeit im Rollenspiel zu erproben. Die anschießende Fortbildung kann auch als Einstiegsveranstaltung in das Thema Sexualität und Behinderung besucht werden.
Montag 27.11.06 - Fachtag: „Sexualität – eine Selbstverständlichkeit auch für Menschen mit Behinderung!?“ Einstiegsreferat, Diskussion, Gruppenarbeit, Plenum
Dienstag 28.11.06 - Elternarbeit: Einstellungen der Eltern zur Sexualität ihres körper- oder mehrfachbehinderten Kindes. Fachvortrag und Diskussion, Elterngespräch, Rollenspiel, Psychohygiene
Mittwoch 29.11.06 - Methodentag: Schulprojekte, Elternarbeit, Multiplikatorenarbeit, Einheiten in Wohngruppen
Donnerstag 30.11.06 - Ethiktag: „Selbstbestimmte Sexualität als Menschenrecht“, Fachvortrag, Diskussion, Einzelarbeit.
Fachreferenten:
Dr. Frank Herrath, Diplompädagoge Institut für Sexualpädagogik Dortmund
Ilse Achilles, Journalistin, Buchautorin München;
Wilma Mergen, Mutter eines Down-Mädchens
Angelika Pollmächer, Mutter eines Down-Mädchens
Claudia Gross, Diplom-Sozialpädagogin, Bildungszentrum Neuburg
Brigitte Huber, Theologin, Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe
Psychosoziale Beratung im Kontext von pränataler Diagnostik (15.-17.11.2006)
Diese Fortbildung im Rahmen des Projektes vertieft das psychosoziale und medizinische Hintergrundwissen der Schwerpunktberaterinnen und gibt in Diskussionsgesprächen die Möglichkeit mit den Referenten Fragen der psychosozialen Praxis zu besprechen. Zum Beispiel die Situation und das Erleben Frauen Paare vom Kinderwunsch bis zur Schwangerschaft sowie das veränderte Schwangerschaftserleben nach einer Diagnose.
Weitere Inhalte sind Beratungsmethodik, Gesprächsführung, Umgang mit dem Informationsbedürfnis der Betroffenen sowie das fachliche Benennen von Entscheidungskonflikten. Ebenso gibt sie Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit eigenen Berührungsängsten und regt zur ethischen Reflexion an.
Mittwoch 15.11.06 - Beratungstag: Fallarbeit, Rollenspiel, Kriterien und Konzepte der psychosozialen Beratung und Begleitung für Frauen und Paare vor, während und nach vorgeburtlicher Diagnostik. Darstellung an Hand der Beratungsarbeit bei PUA, Stuttgart.
Donnerstag 16.11.06 - Medizinischer Tag: Risikomedikamente und fruchtschädigende Umweltfaktoren während der Schwangerschaft. Alltag aus der Medikamentenberatung während der Schwangerschaft und Stillzeit des Institutes für Reproduktionstoxikologie Ravensburg.
Pränataldiagnostische Methoden in der Gynäkologie, medizinische Beratung im Unterschied zur psychosozialen Beratung. Medizinische Möglichkeiten nach einer positiven Diagnose.
Freitag 17.11.06 - Reflexionstag: Gruppenarbeit zu mitgebrachten Fällen mit supervidierender Begleitung.
Fachreferenten:
Annegret Braun, Leiterin der Beratungsstelle PUA, Stuttgart
Professor Dr. med. Franz Kainer, Leiter Perinatalzentrum LMU München
Dr. med. Wolfgang Paulus, Institut für Reproduktionstoxikologie Ravensburg
Supervisorinnen.
Fachtag Humangenetik 30.03.2006
Themen –
Humangenetik und Pränataldiagnostik
Genetische Beratung und genetische Diagnostik in der Schwangerschaft
Vererbung
Charakterisierung häufiger angeborener genetisch bedingter Krankheitsbilder
Die humangenetische Beratung: Beschreibung, Schwerpunkte, Inhalte
Beratung bei Herzfehler
Klärung von mitgebrachten Fragen am Vormittag mit Dr. Wahl am Nachmittag mit Dr. Seidel
Referentinnen:
Dr. Heide Seidel, Humangenetikerin, München
Dr. Dagmar Wahl, Fachärztin für medizinische Genetik, Augsburg



